„Jung kauft alt“ ist ein neues Förderprogramm der KfW, das im Sommer 2024 anlaufen soll. Damit will die Bundesregierung den Kauf älterer Immobilien durch junge Familien unterstützen. Erfahre hier alles, was bisher bekannt ist.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ (JkA) für den Erwerb von Altbauten startet voraussichtlich im Sommer 2024 und soll sich an Familien richten.
- Eine energetische Sanierung wird Voraussetzung für die JkA-Förderung sein.
- Die genauen Standards und Einkommensgrenzen werden noch festgelegt.
- Zusätzlich gibt es regionale Programme, die Zuschüsse für den Kauf und die Sanierung von Altbauten bieten, sowie die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG).
- Das Programm „Wohneigentum für Familien“ (WEF) unterstützt ebenfalls Familien bei Neubauten und Erstkäufen mit zinsgünstigen Krediten und Kinderzuschüssen.
Das kannst du tun
- Informiere dich über das „Jung kauft Alt“-Programm sowie regionale Förderungen und die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), um alle verfügbaren Zuschüsse und Kredite zu nutzen.
- Hole dir eine Finanzierungsbestätigung von deiner Bank, um deine Kreditwürdigkeit nachzuweisen und die Finanzierung eines Immobilienkaufs sicherzustellen.
- Suche gezielt nach Bestandsimmobilien in attraktiven Lagen, die deinen Anforderungen und finanziellen Möglichkeiten entsprechen
- Hole dir Unterstützung von einem Sachverständigen, um den Zustand der Immobilie und den notwendigen Sanierungsaufwand besser einschätzen zu können.
- Plane die notwendigen energetischen Sanierungen sorgfältig und beantrage die entsprechenden Fördermittel rechtzeitig, um die Kosten zu optimieren und langfristig zu sparen.
Jung kauft alt: aktueller Stand
Das neue KfW-Förderprogramm „Jung kauft Alt“ soll ab Sommer 2024 verfügbar sein. Ursprünglich war die Förderung der Bundesregierung für den Erwerb älterer Gebäude durch Familien bereits im Herbst 2023 im Gespräch. Der Start wurde wegen der langen Haushaltsverhandlungen allerdings verschoben.
Im neu verabschiedeten Haushalt sind Mittel für JkA vorgesehen: insgesamt sind 350 Millionen Euro vorgesehen – genau so viel wie für das Programm „Wohneigentum für Familien“. Derzeit wird an den genauen Bedingungen und Konditionen gearbeitet. Fest steht zum jetzigen Zeitpunkt, dass die Förderung in Form eines zinsverbilligten Kredits erfolgen wird.
Was den Start weiter verzögern könnte, ist Gegenwind seitens einiger Parteien. Vor allem SPD und Grüne sehen das Programm kritisch. Aktuell bleibt also abzuwarten, wann und in welcher Form JkA umgesetzt wird.
Was ist Jung kauft alt?
„Jung kauft Alt“ ist ein Förderprogramm der KfW, das voraussichtlich ab Sommer 2024 startet. Es soll sich an Familien richten und ihnen zinsgünstige Kredite für den Kauf von Bestandsimmobilien bieten.
Der Bund verfolgt mit der JkA-Förderung mehrere wichtige Ziele:
- Familien den Zugang zu Wohneigentum erleichtern: Der Bedarf an Wohnraum, besonders bei jungen Familien, ist ungebrochen hoch, während der Neubau von Einfamilienhäusern stark zurückgeht. Gerade einkommensschwache Haushalte benötigen finanzielle Unterstützung, um den Traum vom Eigenheim realisieren zu können.
- Leerstand abbauen und Altbau erhalten: Die Bundesregierung will bestehende Immobilien erhalten. Das JkA-Programm soll die Attraktivität von Gebäuden erhöhen, die leer stehen oder von Leerstand bedroht sind, und sie für Kaufinteressenten interessant machen. Die Nutzung solcher Bestandsimmobilien spart nicht nur Material, sondern auch Flächen, die ansonsten für Neubauten benötigt würden.
- Energiewende vorantreiben: Durch die geplante Auflage, dass die Altbauten saniert werden müssen, wird die Energiewende im Gebäudebestand vorangetrieben. Diese Sanierungen reduzieren den Energieverbrauch der Gebäude erheblich und verringern ihren CO₂-Fußabdruck.
- Wirtschaft ankurbeln: Gleichzeitig kurbeln die erforderlichen Baumaßnahmen die Wirtschaft an und sichern Arbeitsplätze.
- Städte attraktiver machen: Nicht zuletzt verschönern sanierte Gebäude das Stadtbild und werten das Wohnumfeld auf.
Für wen ist die KfW-Förderung Jung kauft alt geeignet?
„Jung kauft Alt“ richtet sich voraussichtlich an dieselbe Zielgruppe wie die Neubau-Förderung „Wohneigentum für Familien“ (WEF) mit dem KfW-Kredit 300: Familien mit geringem Einkommen und mindestens einem minderjährigen Kind.
Die beiden Programme ergänzen sich inhaltlich gut: WEF fördert den Bau oder Erstkauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung zur Selbstnutzung, während JkA den Kauf einer Bestandsimmobilie unterstützt. Es ist daher wahrscheinlich, dass sich auch die Bedingungen der Förderungen ähneln werden. Folgende Richtlinien gelten für die WEF-Neubauförderung:
- Antragsberechtigt sind Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind.
- Das jährliche Nettohaushaltseinkommen darf maximal 90.000 Euro betragen.
- Für jedes weitere Kind erhöht sich die Einkommensgrenze um 10.000 Euro.
- Berücksichtigt werden nur Kinder, die zum Zeitpunkt der Antragstellung im Haushalt leben und unter 18 Jahre alt sind.
JkA-Förderung für Wohneigentum: Voraussetzungen und Konditionen
Aktuell gibt es noch keinen konkreten Anforderungskatalog. Fest steht, dass sich die Förderung an Familien richtet und für Bestandsgebäude gilt. Einige Verbände fordern, dass nur Altbauten der Kategorie „Worst Performing Building“ (WPB) gefördert werden sollten.
Eine Grundvoraussetzung für die JkA-Förderung wird die energetische Sanierung des Gebäudes sein. Welche Standards dabei genau erreicht werden müssen, ist bisher noch nicht festgelegt. Auch die genauen Fördersätze und maximalen Fördersummen für „Jung kauft Alt“ sind derzeit nicht bekannt. Sicher ist nur, dass die Förderung als zinsgünstiger Kredit von der KfW vergeben wird.
Eine Orientierung kann auch hier das Programm „Wohneigentum für Familien“ bieten: Der maximale Kreditbetrag liegt je nach Anzahl der Kinder, Haushaltseinkommen und Effizienzstandard des Gebäudes zwischen 170.000 und 270.000 Euro.
Alternativen zum Förderprogramm Jung kauft alt
Zusätzlich zur geplanten JkA-Förderung können Käufer und Eigentümer von Bestandsgebäuden schon jetzt weitere Fördermittel für energetische Sanierungen in Anspruch nehmen, beispielsweise aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Diese Förderungen decken verschiedene Sanierungsmaßnahmen ab, die den Energieverbrauch und den CO₂-Ausstoß der Gebäude reduzieren sollen.
In vielen Regionen gibt es auch lokale „Jung kauft Alt“-Programme, die unabhängig von der KfW-Förderung sind und sich in ihren Bedingungen und Leistungen unterscheiden. Sie bieten oft Zuschüsse, die sich aus einem Grundbetrag und Kinderzuschüssen zusammensetzen, und können sowohl für den Kauf als auch für die Sanierung von Altbauten verwendet werden.
Das Forschungsinstitut empirica hat 2022 insgesamt 119 solcher regionalen Programme untersucht. Vorrangig werden junge Haushalte gefördert, darunter Alleinerziehende, Paare mit Kindern und manchmal auch Paare ohne Kinder. Im Gegensatz zum neuen Bundesprogramm ist in den meisten kommunalen Programmen eine Sanierung des Altbaus keine Bedingung für die Förderung. Etwa zwei Drittel der Kommunen unterstützen sogar den Abriss des erworbenen Hauses und den Bau eines Neubaus. Außerdem fördern vier von fünf Kommunen die Erstellung eines Altbaugutachtens.
Fazit: Könnte sich die Förderung Jung kauft alt lohnen?
Insgesamt stellt das geplante JkA-Programm eine umfassende Lösung dar, um jungen Familien den Zugang zu Wohneigentum zu erleichtern, während es gleichzeitig zur Erhaltung und klimafreundlichen Nutzung von Bestandsgebäuden beiträgt.
Altbauten sind oft günstiger als Neubauten, was sie zu einer attraktiven Option macht. Angesichts der Zinsentwicklungen in den letzten Jahren, hoher Sanierungskosten und drohender Sanierungspflichten sind die Preise für Bestandsimmobilien zuletzt etwas gefallen, was den Kauf gerade noch interessanter macht.
Viele dieser Altbauten befinden sich in innerstädtischen Gebieten oder Ortszentren mit gut ausgebauter Infrastruktur. In diesen Lagen sind Mietwohnungen oft schwer zu finden oder kaum erschwinglich. Das „Jung kauft alt“-Programm kann daher eine wertvolle Möglichkeit für Familien sein, bezahlbaren Wohnraum in guten Lagen zu erwerben und gleichzeitig von einer nachhaltigen Sanierungsförderung zu profitieren.
Da es jedoch noch viele offene Fragen zum JkA-Programm gibt, sollten Kaufinteressierte auch Alternativen im Blick behalten, etwa regionale Förderprogramme für den Kauf und die Sanierung von Bestandsgebäuden. Wer mit dem Gedanken spielt, ein älteres Haus zu kaufen, kann bei der Kommune nachfragen und sich zusätzlich über die bestehenden Sanierungsförderungen informieren, um alle finanziellen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Jung kauft alt: Häufig gestellte Fragen
Ab wann kommt Jung kauft alt?
Das Förderprogramm „Jung kauft Alt“ soll voraussichtlich ab Sommer 2024 verfügbar sein. Ein genauer Zeitpunkt steht allerdings noch nicht fest. Aktuell wird an den konkreten Bedingungen gearbeitet.
Welche Voraussetzungen gelten für Jung kauft alt?
Der Förderkredit soll sich voraussichtlich an einkommensschwache Familien mit minderjährigen Kindern richten. Der Erwerb einer Bestandsimmobilie muss mit einer energetischen Sanierung verbunden sein. Genaue Einkommensgrenzen und Sanierungsstandards werden noch festgelegt.
Wie kann man Jung kauft alt beantragen?
„Jung kauft Alt“ wird voraussichtlich über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) abgewickelt. Interessierte Familien sollten sich bei der KfW oder bei ihrer Hausbank informieren und die entsprechenden Anträge ausfüllen, sobald das Programm offiziell startet.
Welche Förderungen gibt es beim Hauskauf für Familien?
Neben „Jung kauft Alt“ gibt es das Programm „Wohneigentum für Familien“ (WEF), das Neubauten und Erstkäufe fördert. Es bietet zinsgünstige Kredite und zusätzliche Kinderzuschüsse. Außerdem haben zahlreiche Gemeinden regionale Programme speziell für Familien, die den Erwerb von Alt- und Neubauten fördern.